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ZEN-Geschichten

 

erzählt von Missen Michel Bovay

Shakuhachi: Wolfgang Hessler

 

 

Zen-Geschichten, unter diesem Titel präsentiert das Zen-Dojo Ho Rin Ji Saarbrücken einen Abend, der gestaltet wird von Michel Bovay.

In der Art der alten orientalischen Geschichtenerzähler entführt er uns in die spannende Welt des Zen. Nur ist das Ziel bei Zen-Geschichten nicht, uns in eine Welt von abertausend Illusionen zu führen, sondern eben gerade das Sichtbarmachen dieser Illusionen. Eine Sicht, die letzten Endes zur Befreiung von diesen Illusionen, zur Erweckung führt.  
Wie Zen-Meister mit der Realität umgehen, mit ihr spielen, in absoluter Freiheit, das ist nur eines der spannenden Themen dieses Abends.
Mit Witz und Humor wird der Zuhörer mitgenommen in alte und neue Zen-Abenteuer, die meistens überraschende und unvorhergesehene Wendungen nehmen.

Dazwischen spielt der Wolfgang Hessler Shakuhachi (japanische Flöte) und erzählt auf seine Art Geschichten ohne Worte, was die starke Zen-Atmosphäre des Abends noch unterstützt.

Ein General, der mit seinen Soldaten zu Pferd unterwegs war, traf auf einen Zen-Mönch, der in Zazen saß. Der General rief ihm zu:
"He, du da! Mönch! Geh mir aus dem Weg."
Der Mönch saß regungslos da und schwieg.
"Bist du denn taub? Hast du nicht gehört? Ich habe dir gesagt, du sollst mir aus dem Weg gehen."
Aber der Mönch blieb weiter regungslos unbeweglich und still.
Von seinem Pferd herunter rief der General ihm drohend zu:
"Ich glaube, du weißt nicht, wen du vor dir hast? Vor die ist ein Mensch, der dich jederzeit töten kann, ohne mit der Wimper zu zucken."
Da schaute der Mönch auf und antwortete:
"Ich glaube, du weißt nicht, wen du vor dir hast? Vor dir sitzt ein Mensch, der jederzeit sterben kann, ohne mit der Wimper zu zucken."

Zen hat nun schon seit mehreren Jahren die Kunstelite der westlichen Welt beeinflusst. Man denke nur an den Schauspieler Yoshi Oida bei Peter Brook oder an den Einfloss, den Kurosawas Filme im Westen gehabt haben. Was liegt aber näher, als dass jemand Zen-Geschichten erzählt, der Zen auch selber praktiziert. Michel Bovays Verständnis dieser Geschichten basiert auf einer erlebten Wirklichkeit: Während mehr al dreißig Jahren hat er täglich Zazen praktiziert, daher spricht er nicht nur über Zen, er ist Zen.

Michel Bovay hatte bereits im Alter von siebzehn Jahren erste Bühnenerfahrungen als Musiker. Während zehn Jahren war er Sänger, Bassist, Komponist, Schallplattenproduzent und spielte in verschiedenen Bands, von denen vor allem die Pop-Band "The Sevens" in den sechziger Jahren Furore in der Schweiz machte. 1971 traf er den Zen-Meister Taisen Deshimaru, gab sein Musiker-Leben auf und zog nach Paris. Während zehn Jahren war er Schüler und rechte Hand Taisen Deshimarus und erlebte im täglichen Umgang mit diesem außerordentlichen Zen-Meister im wahrsten Sinne des Wortes Zen im Alltag. Seit dem Tod seines Meisters (1982) ist Michel Bovay einer der Hauptverantwortlichen für die Weiterführung der Zen-Lehre in Europa und leitet das Zen Dojo Zürich. In Japan wurde er als Zen-Meister bestätigt.

Shakuhachi, die japanische Bambusflöte, wurde der Legende nach im 13. Jahrhundert von China nach Japan gebracht und zu Almosengängen der Mönche öffentlich, sonst ausschließlich in Zen-Tempeln gespielt.
Das Shakuhachi-Spiel wird als geistige Übung aufgefasst, in deren Zentrum nur Atem und Ton steht. Es ist eine ganz eigentümliche Musik, in die auch Geräusche aus der freien Natur, wie etwa Vogelstimmen, das Rauschen des Windes durch Bambus und Kiefern Eisgang gefunden haben.
Durch das Shakuhachi-Spiel entsteht eine meditative Stimmung im Raum. Die Gedanken werden ruhig und klar.

Wolfgang Hessler hat an der Musikhochschule in München und an der Musikakademie Basel studiert, und erlernte das Shakuhachi (Kinko-Schule) bei Andreas fuyu Gutzwiller und bei Nobuhisa Ikkei Hanada in der Tradition des Itchoken-Tempels. Mehrere Reisen führten ihn nach Japan, wo er ihm den Meister-Titel (Shihan-Menjo) verlieh.

 

«Als Taisen Deshimaru seinen Meister Kodo Sawaki, der regelmäßig Zazen praktizierte, zum erstenmal traf, fragte er ihn: „Wofür praktizieren Sie Zazen?"
Kodo Sawaki antwortete: „Für nichts".
Alle Anwesenden dachten sich: „Für nichts. Das ist nicht interessant", und liefen davon.
Nur Meister Deshimaru war völlig beeindruckt und sagte sich: „Für nichts - das ist bemerkenswert! Den ganzen Tag praktiziert er für nichts - das interessiert mich."
Es hat einmal einer gesagt: „Ich denke, also bin ich" und die ganze Zivilisation ist dem gefolgt.
Kodo Sawaki sagte jedoch: „Ich denke nicht, also bin ich." „Ich habe nichts, also bin ich."
Mushotoku bedeutet, kein Objekt zu haben, kein Ziel zu verfolgen. Dieses „Nichts-Haben" und „Nichts-Wollen", wird zuletzt zum wahren Erfolg, zum Höchsten im Leben.»

 

Die Zen-Geschichten wurden mit großem Erfolg auf deutsch wie auch auf französisch in verschiedenen Ländern Europas aufgeführt.

Praktische Infos:

Datum:  

Samstag, 19. Februar 2005 um 20:00 Uhr

Ort:  

Schloss Saarbrücken / Schlosskeller
Schlossplatz
66119 Saarbrücken

Eintritt:

13 € (Abendkasse)

Veranstalter:

Zen-Dojo Ho Rin Ji Saarbrücken
Katholisch-Kirch-Str. 19
66111 Saarbrücken
Tel. 0160 91409064
e-mail: zendojo-sb@web.de